Luftbrücke Saaz – Ekron Sommer 1948 – Operation “Balak“

von Mitte Mai bis Mitte August 1948
von RNDr.Zdeněk Klima

Transportflugzeuge auf dem Militärflugplatz bei Saaz: L-049 „Constellation“ (links) und C-54A „Skymaster“ (rechts), 1. Hälfte Juli 1948 | Foto: Courtesy of the I.A.F. and I.D.F. Archives

Die Operation Balak bedeutete für den jungen Staat Israel, der sich vom Moment seines Entstehens an im offenen Krieg mit den feindlichen, mit den in Embargo-Bedinungen für Kriegsmaterial-Import in Nahe-Osten-Region schon etablierten Nachbarstaaten befand, eine von den wichtigsten Logistik-Operationen für Aufrechterhalten der überhaupt elementarisch existentiellen Lebensfähigkeit Israels in Bedinungen des Kampfes „wer von wem“, und für sein Überleben. Sie bildete eine „Nabelschnur“ über tausende Kilometer Entfernung zu einem Liefer-Hinterland, das die Tschechoslowakei heimlich für Israel bildete. So wurde der Militärflugplatz bei Saaz zwei Monate lang zur Heimbasis für das gerade zur Welt kommende Lufttransportgeschwader,  einschlieslich der Infrastruktur für die Instandhaltung und Reparatur der eigener Flugzeuge,  das ein vollwertiger Teil, des  gerade  entstehenden «Luftkorps von Israel» wurde.

 

Fabrikneues (ohne Hoheits- und Kennzeichen) Jagdflugzeug Avia S-199 auf dem Flugplatz Letnian bei Prag: Nachbau des deutschen Jagdfliegers Bf 109G, produziert und in der Tschechoslowakei von Winter 1947/48 bis Herbst 1951

Am 19. V. 1948 morgens landete auf dem Militärflugplatz bei Saaz das erste Flugzeug der Operation Balak: es war eine gemietete C-54B „Skymaster“ (amerikanische Immatrikulation NC 58021) der amerikanischen Fluggesellschaft Atlantic Northern Airlines Ltd., die vom Pariser Flughafen Le Bourget kam. Sie startete am nächsten Tag zu einem Non-Stop-Flug nach Akir (Ekron), beladen mit der ersten S-199 samt Ausrüstung, Munition und anderem Material. In Akir konnte man sich dann nicht nur über den ersten Jäger für Israels Luftwaffe freuen, sondern auch über die ersten 2 israelischen Piloten, die in der Tschechoslowakei für Lenkung des Jägers S-199 umgeschult worden waren.

 

Frachtflugzeug C-46A „Commando“ (Panamesische Immatrikulation RX-134) aus dem Bestand der Lineas Aéreas de Panamá S.A. (LAPSA) Luftfahrtgesellschaft, Juli 1948

An diesem Tag kamen auch zwei Flugzeuge  C-46A „Commando“ der quasi-panamaischen Fluggesellschaft LAPSA, womit die zweite S-199 samt Ausrüstung und weiterem Material nach Israel befördert wurde.

 

 

Für die Operation Balak waren als Flugmannschaft 150 Piloten, Funker, Navigatoren und Bordtechniker im Einsatz. Am Flugplatz bei Saaz stand ein Team von 20-50 ausländischen Flugzeugmechanikern in israelischen Diensten. Alle wohnten in den Saazer Hotels „Stalingrad“, „Zlatý anděl“ (Goldener Engel) und bzw. „Zlatý lev“ (Goldener Löwe). Hier hatten sie genügend Platz für die Vorbereitung und Planung der Flüge sowie für Ruhe und Entspannung.

Besatzung und Passagieren vor dem Frachter C-46A „Commando“ auf dem Militärflugplatz Saaz bei Saaz, Sommer 1948 (von links nach rechts): Daniel Agronsky, unbekannt, unbekannt, Jules Cuburnek, unbekannt, Raymond Kurtz, Saul Fingerman, unbekannt, Norman Moonitz | Foto: Courtesy of the I.A.F. and I.D.F. Archives

An der Wende vom Juli zum August 1948 geriet die Tschechoslowakei wegen dieses Engagements unter einen unübersichtlichen medialen und diplomatischen Druck. Das Außenministerium beschloss die Situation „salomonisch“ zu lösen: am 10. VIII. 1948 setzte es über das Ministerium für nationale Verteidigung den sofortigen Stopp und schließlich die dauerhafte Beendigung der Flüge von Saaz sowie den Abzug des meisten Personals in israelischen Diensten durch. Der Botschaft der USA in Prag wurde am 20. VIII. 1948 auf Anfrage mitgeteilt, dass die USA-Bürger die Tschechoslowakei schon verlassen haben.

Die Operation Balak bedeutete für den jungen Staat Israel, der sich vom Moment seines Entstehens an im offenen Krieg mit den feindlichen, mit den in Embargo-Bedinungen für Kriegsmaterial-Import in Nahe-Osten-Region schon etablierten Nachbarstaaten befand, eine von den wichtigsten Logistik-Operationen für Aufrechterhalten der überhaupt elementarisch existentiellen Lebensfähigkeit Israels in Bedinungen des Kampfes „wer von wem“, und für sein Überleben. Sie bildete eine „Nabelschnur“ über tausende Kilometer Entfernung zu einem Liefer-Hinterland, das die Tschechoslowakei heimlich für Israel bildete. So wurde der Militärflugplatz bei Saaz zwei Monate lang zur Heimbasis für das gerade zur Welt kommende Lufttransportgeschwader,  einschlieslich der Infrastruktur für die Instandhaltung und Reparatur der eigener Flugzeuge,  das ein vollwertiger Teil, des  gerade  entstehenden «Luftkorps von Israel» wurde.

Frachtflugzeug C-54B „Skymaster“ (U.S. Immatrikulation U.S. NC 58021) aus dem Bestand der Atlantic Northern Airlines Ltd. Luftfahrtgesellschaft, März/April bis August 1948

Die amerikanischen Flugzeugmechaniker Michael Ondra (links) und Frederick Dahms (rechts) vor dem Hotel „Stalingrad“ im Juni-Juli 1948. Foto:Courtesy of the I.A.F. and I.D.F. Archives