Das Schicksal von Rudolf Fanta

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Rudolf-Franz Fanta wurde am 12. Februar 1879 in Saaz geboren. Sein Vater, der bekannte Saazer Unternehmer und Spediteur Eduard Fanta, erfand einen speziellen Eisenbahnwaggon für den Hopfentransport. Seine Mutter Theresa, geborene Stein, stammte aus einer anderen bedeutenden Saazer Familie, ihr Vater war Nathan Stein. Ihr Geburtshaus stand direkt am Marktplatz („Ringplatz“). Heute beherbergt es das Hotel U Hada („Zur Schlange“).

In den dreißiger Jahren schloss sich Rudolf Fanta der Sozialdemokratischen Partei an und gehörte bald zu ihren führenden Funktionären in der Tschechoslowakischen Republik, wodurch er nach Franzensbad und Eger umsiedelte. Nach der deutschen Besetzung des „Sudetenlands“ wurde er wie viele Sozialdemokraten verhaftet. Sein Leidensweg führte ihn in das Ghetto Theresienstadt, von dort nach Dachau und schliesslich in das KZ Buchenwald, wo er als Gefangener Nr. 6898 im Block 34 zu Tode kam. In der Todesmeldung des Lagerkommandanten vom 18. März 1942 steht „angina pectoris“ als Todesursache, doch ein überlebender KZ-Häftling bezeugte 1945, dass er in Wirklichkeit mit anderen jüdischen Häftlingen ermordet wurde.

Rudolf Fanta war mit Anna Maria Girschick verheiratet, die aus christlichem Hause stammte. Sie hatten zwei Kinder, ein Mädchen (*1919) und einen Jungen (*1929). Beide überlebten als „Halbjuden“ die nationalsozialistische Verfolgung, 2006 sind sie verstorben. Annas Enkelin Anette Reichel wohnt heute in Chemnitz. Aus der Fanta-Verwandtschaft überlebte auch eine Nichte Rudolfs, Frenci Eriksson. Sie wurde durch einen Kindertransport des schwedischen Roten Kreuz 1939 gerettet und blieb danach in Schweden
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Quelle: Erinnerungen von Anette Reichel, Chemnitz; von ihr stammen auch das Porträtfoto und das Sterbedokument.

Gaskammern in Dachau (Foto:Bundesarchiv).

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